Sönke Wortmann hat keinen Film über den Freudenrausch der Deutschen anlässlich der Fußball-WM gemacht. Wer lautstarke Fangesänge und Jubelchöre erwartet, wer hofft, noch einmal in den emotionalen Sog des Turniers zu geraten, wird enttäuscht.
Wer aber erfahren will, wie man eine Mannschaft aus mittelmäßig talentierten Fußballern zu gemeinsamen Höchstleistungen motiviert, wie man ein Wir-Gefühl erzeugt und produktiv macht, der wird klüger oder wenigstens angeregt aus dem Film herausgehen.
Und deshalb trägt der Film seinen Titel wohl doch ganz zu recht. Er zeigt ein Märchen von mutigen Taten, von Freundschaft in Freud und Leid, von Zusammen- und Durchhalten. In diesem Märchen wachsen den Schwachen Kräfte gegen die Riesen, weil sie spüren, dass andere auf sie hoffen und weil sie merken, dass sie mit Disziplin und Mannschaftsgeist (deutsche Tugenden!) etwas Großes schaffen können.
Ein Märchen, das wahr wurde – einen Sommer lang.
4 Antworten auf Deutschland – Ein Sommermärchen