“Auf dem Weg in eine auf Wissen gegründete Bio-Ökonomie” – so ist eine “Kölner Erklärung” betitelt, die heute der Öffentlichkeit vorgestellt wird. 51 Verfasser aus Wirtschaft und Wissenschaft (z.B. von BASF, Nestlé, ETH Zürich und Max-Planck-Gesellschaft) haben im Auftrag der EU-Kommission und deutscher Ministerien (Wissenschaft, Wirtschaft) Zielmarken für das Jahr 2030 und Meilensteine für den Weg dahin formuliert. Ein Drittel der industriellen Produktion werde bzw. müsse künftig der Biotechnik entstammen. Die traditionelle Kulturlandschaft Europas soll transformiert werden, denn gentechnisch veränderte Pflanzen sollen uns gesünder ernähren als bisher und als ertragreichere pflanzliche Biokraftstoffe die Kohlendioxidbilanz verbessern. (Derzeit hat Biodiesel noch eine ziemlich miese Ökobilanz!)
Die Zucht von Stammzellen, von Organen in Industrieanlagen, die Nutzung der Erkenntnisse der Hirnforschung für die Internetze der Zukunft, die Fusion von Mensch und Maschine, autonome, biomimetische Roboter für die alternde Gesellschaft, individualisierte Medizin – all das und noch mehr haben sich die keineswegs “unabhängigen” aber “verantwortlichen” Fachleute aus dem akademisch-privatwirtschaftlichen Mittelbau (und nicht aus der auch hippiesken, kalifornischen Technikszene) überlegt.
Motiv für die noch sciencefictionhaft daher kommenden Ideen ist die zu erwartende ökonomische und demografische Realität und der Wunsch, dass Europa nicht als Verlierer aus dem Wettbewerb hervorgeht und im Museum landet. “Die auf Wissen gegründete Bio-Wirtschaft ist der vielversprechendste aller Versuche, produzierende Industrien in Europa zu halten.”
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