Not am Mann

Der Prozess ist einfach und plausibel: Junge Mädchen haben bessere Zeugnisse und Berufsabschlüsse und deshalb Chancen auf spannende Herausforderungen in der Ferne. Sie ziehen fort aus einer Gegend, die sie als trostlos und langweilig empfinden. Zurück bleiben die Versager, junge Männer, die keinen Mumm und keine Lust haben, ihr Schicksal in die eigene Hand zu nehmen.

So wird die gegend noch trostloser, und wieder ziehen die fort, die anderswo noch eine Chance für sich sehen: Junge Frauen mit guten Noten und sozialer Kompetenz.

Das fatale an diesem Prozess ist, das er sich selbst verstärkt, dass es keinen stabilen Zustand gibt bevor nicht alle, die noch laufen können, die Flucht ergriffen haben.

Schon heute ist der Männerüberschuss in manchen Gegenden Ostdeutschlands mit 25% höher als irgend sonst in Europa, selbst in den Polarregionen Finnlands und Norwegens ist der Frauenanteil höher. Was das für fatale Konsequenzen für die Sozialstruktur und die Milieuentwicklung hat, ist klar: dumpfer Radikalismus gedeiht, wo die “radikalen Verlierer” (Enzensberger) die Mehrheit bilden.

Die Politik dürfte dieser Entwicklung machtlos gegenüberstehen. Weder können lebensfrohe junge Frauen gezwungen oder überredet werden, in diesen Gegenden zu bleiben, noch kann man Unternehmer motivieren, hier zu investieren. Über kurz oder lang wird die Bevölkerung dort einfach wegsterben, denn Nachwuchs kann es auch kaum geben. Solange werden die verbleibenden Menschen am Tropf des Sozialstaates hängen, den sie vermutlich ablehnen und dessen radikalen Feinden von links oder rechts sie zur Wahl ihre Stimme geben.

Ein demokratisches Land muss und kann das nur aushalten.

[Weitere Informationen im Internet]

Dieser Beitrag wurde unter Politik+Wirtschaft veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Eine Antwort auf Not am Mann

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>