Eigentlich war es eine Unverschämtheit, mir zum Geburtstag eine Friteuse zu schenken. Das ist, als würde man einem Erwachsenen einen Goldhamster schenken: starke Geruchsentwicklung, braucht viel Stellfläche, kann man nicht einfach im Karton lassen oder in den Keller tun. Trotzdem hatte ich mich irgendwie heimlich gefreut. Denn der Geruch von frittierten Pommes hat mich an Kindheit und Freibad erinnert. Zur Friteuse bekam ich eine Tüte Tiefkühl-Pommes und ein Kilo Fett geschenkt. Ich fühlte mich wie ein Schwellenland, das seinen ersten Atomteiler geliefert bekommen hat. Endlich unabhängig von fossilen Brennstoffen bzw. Pommesbuden! Ich wollte zu Hause Pommes für zehn machen, alles war bereit, doch das Fett reichte nicht aus. Es war noch altes Erdnußöl im Schrank. Die meisten Warnzeichen aller Zeiten auf engsten Raum stehen in der Friteusen-Gebrauchsanleitung zum Thema “unterschiedliche Fettsorten mischen”. Mit der ausdrücklichen Bitte, meinem Beispiel nicht zu folgen, kann ich sagen: Es geht, wenn man den Besuch zur Nachbarin schickt, während des Frittiervorgangs die Küche verläßt, sie erst danach wieder betritt und die ganze Zeit über “Ich will nicht sterben, ich will nicht sterben” vor sich hinmurmelt.Die frittierten TK-Pommes waren super, sogar noch besser als die zum Vergleich selbst geschnitzten aus frischen Kartoffeln. Wenn man als einziges Werkzeug einen Hammer zur Verfügung hat, sieht jedes Problem wie ein Nagel aus. Wenn man eine Friteuse zu Hause hat, will man alles frittieren. Angeblich essen die Iren in Teig frittierte Snickers. Vor meinem Geburtstag hätte ich gesagt: Urbaner Mythos! Jetzt sage ich: Welcher Teig? Welche Temperatur? Es ist herrlich. In der Wohnung duftet es nach Freibad und Unabhängigkeit. Es ist schön, sich gezielt ungesund zu ernähren. Das tut man sonst immer so planlos, zwischendurch, weil es nicht anders geht. Mit der Friteuse wird es zum aktiven Widerstand gegen das Vernunftessen.Bitte, Parfümindustrie. Mischt mir einen Duft aus Frittierfett. Ihr dürft es auch nach mir benennen oder besser, nennt es einfach so wie der Hersteller meines Frittierfettes heißt: “Ja!” Die Kehrseite der Friteuse ist das alte Fett. Man kann es lange weiterverwenden, würde es aber irgendwie auch gerne wieder loswerden. Es geht schwer raus aus seinem Behälter. Ich tue also nichts und das alte Fett erhärtet auf eine unvergleichlich weißliche Art. “Was willst du?” fragt das alte Fett. “Frittiere was in mir oder tu mich weg”. Es ist wie eine Allegorie, man müßte es in Kupfer stechen und es “Stummer Vorwurf 1″ nennen.Oder man frittiert einfach weiter…Quelle: die unergründlichen Weiten des wwwKommentar: Snickers frittieren geht wirklich (mit so ner Art Panierteig drumrum), schmeckt im Prinzip genau wie SNICKERS (wer hätte das gedacht) also LECKER
Ist natürlich eine Sauerei und hat bestimmt 100000000 Kalorien -jippieh
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4 Antworten auf Frittierte Snickers