Heute wurde eine Forsa-Umfrage veröffentlicht – nach welcher die SPD nur noch auf 24% (-1) der Stimmen aller Wahlberechtigten kommt. Das ist nicht der einzige Schlag, den Kurt Beck und die SPD hinnehmen müssen. Durch ein Zuwachs der CDU auf 39% (+2) und ein Verharren der FDP bei 10% hätte eine Schwarz-Gelbe Koalition derzeit eine absolute Mehrheit im Bundestag. Aber auch das ist noch nicht alles! Denn bei einer Direktwahl zum Kanzler würde Kurt Beck mit 17% deutlich gegen Angela Merkel (55%) verlieren. Selbst bei den SPD-Anhängern (!) sieht Beck mit 30% gegenüber Angela Merkel mit 42% schlecht aus. Alles wenn das alles noch nicht reicht, legt die Linkspartei auch noch einen Prozentpunkt auf 13% zu.
Da stellt sich mir die Frage: ist Kurt Beck noch der geeignete Kanzlerkandidat? Wer wären die Alternativen? Ich habe mir erlaubt, die drei warscheinlichsten Kandidaten mal unter die Lupe zu nehmen, auch wenn jedes ranghöhere SPD-Mitglied warscheinlich gebetsmühlenartig wiederholen wird, das es für eine Entscheidung noch viel zu früh ist:
1. Kurt Beck
Aus Kreisen der Partei hört man, das Kurt Beck als Parteivorsitzender automatisch das erste Zugriffrecht auf eine Kanzlerkandidatur hat. Das mag sein. Und Kurt Beck mag vielleicht auch kompetent genug für das Amt des Bundeskanzlers sein. Für mich steht das sogar außer Frage! Doch kommt es in dieser Situation nicht auch auf die Popularität bei den Wählern an? Derzeit kann die SPD mit Kurt Beck maximal noch in Rheinland-Pfalz was holen, wo er bekanntlich auch nach seinem Amtsantritt als SPD-Vorsitzender weiterhin als Ministerpräsident tätig ist. Außerdem erscheint mir Beck bei Interviews und Reden gegen CDU und Linkspartei merkwürdiges Pech zu haben. Er schafft es aus irgendeinem Grund nicht, seine Aussage werbewirksam bei den Wählern unterzubringen. Einiziges Positivargument für Beck scheint mir derzeit der Umstand zu sein, das Kurt Beck schon seit längerem mit der FDP eine Koalition in Rheinland-Pfalz “betreibt”. Das könnte sich nach der nächsten Bundestagswahl irgendwie positiv auswirken.
2. Peer Steinbrück
Peer Steinbrück ist derzeit Finanzminister und war in Nordrhein-Westfalen bereits Ministerpräsident, bevor er das Amt im Zuge der letzten Landtagswahl an Jürgen Rüttgers (CDU) abgeben musste. Auch Steinbrück darf man durchaus als geeignet für den Posten ansehen, jedoch hat er als Finanzminister (was sicher in der Natur der Sache liegt) auch nicht die größte Populariät bei den Wählern.
3. Frank-Walter Steinmeier
Seit der letzten Bundestagswahl ist Frank-Walter Steinmeier Außenminister, zuvor war er Chef des Kanzleramtes unter Ex-Kanzler Gerhard Schröder. Steinmeier dürfte von den drei genannten Kandidaten bei der Bevölkerung die größten Sympathien genießen, laut Umfragen wird er bei der Bevölkerung von allen Ministern am besten bewertet. Sein Nachteil jedoch: er ist politisch am wenigsten erfahren.
Dies dürften die drei aussichtsreichen Kandidaten sein, zumal Steinbrück und Steinmeier von Kurt Beck unlängst neben Andrea Nahles als Stellvertreter für den Posten des Vorsitzenden der SPD nominiert wurden. Gelegentlich fallen auch noch die Namen Sigmar Gabriel und Franz Müntefering. Gabriel scheint jedoch keine großen Chancen zu haben und Franz Müntefering steht eigenen Aussagen nicht zur Verfügung. Festzuhalten bleibt, das die SPD derzeit kein populäres Zugpferd hat, das die SPD wieder aus dem Umfragetief “herausrettet”.
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