Korken sind nicht mehr aus Kork

Weinliebhaber sind immer öfter irritiert: Es gibt kaum noch richtige Korken. Machten sich die Abfüller vor einiger Zeit noch die Mühe, Verschlusspfopfen aus Kunststoff zu benutzen, die den Original-Korken in Farbe und Form wenigstens nachahmten, gibt es nun immer häufiger Schraubverschlüsse. Neulich war eine Prosecco-Flasche sogar mal mit einem Kronkorken, wie ich ihn bis dahin nur von Bierflaschen kannte, verschlossen!

Kork taugt nichts mehr

Der Grund ist: Der Korken ist nicht mehr das, was er mal war. Immer häufiger kommt es vor, dass der Kork nicht hält, was die Flasche verspricht. Der Wein “kippt” oder scheckt nach Kork.

Findige Forscher haben deshalb nichts unverucht gelassen, Verschlüsse zu konstruieren, die viel besser sind als das Material, was nun schon seit dem 17. Jahrhundert verwendet wird. Die Ergebnisse kann man inzwischen auch bei teuren Weinen erleben.

Aber wer will Wein aus der Bierflasche trinken?

Allerdings hat das neumodische Zeug mit Image-Problemen zu kämpfen. Der Korken stand bisher für die Hochwertigkeit, war Zeichen des konservativen Genusses. Kronkorken und Schraubverschlüsse sind die Symbole des Beiläufigen. Schon das aufwändige Öffnen einer mit Kork verschlossenen Flasche gibt dem Abend die richtige Stimmung. Leitet der Schnellverschluss die Entzauberung des Traubensaftes ein?

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