…lief diese “Gangstergroteske” mit Henry Hübchen, Moritz Bleibtreu und Corinna Harfouch, die ich mir bei ihrem Erscheinen im Kino angesehen hatte und einfach fasziniert war. Lauter abstruse Charaktere und Dialoge, teilweise superwitzig (Valentin (Moritz Bleibtreu) zu Oscar (Henry Hübchen): “Ich bewundere dich, Oscar. Ich meine du bist echt cool, also echt alles was du machst… naja außer das mit dem Kochen vielleicht” – Oscar: “Was ist mit dem Kochen?” – Valentin: “Ach nix, ich finds ja auch ok, aber einige von den
Jungs finden halt…dass das ziemlich schwul ist” -Oscar: “WAS?! Kochen soll SCHWUL sein?! Ist Essen vielleicht schwul ?! Ist Trinken schwul ?! Ist Verdauen schwul ?! Sind Schwule schwul ?!?!” Valentin: “Äh naja Schwule sind vielleicht schon ein bißchen schwul oder?…”), teilweise aber auch so abstoßend, dass man ausschalten möchte.
Corinna Harfouch hatte ich vorher immer so eingestuft, dass sie sich zu so einer typischen nervigen alternden Schauspielerin a la Iris Berben und Hannelore Elsner entwickelt, die in jeder 2. deutschen Produktion mitmachen
und deren “Schauspiel” darin besteht ihre (warum auch immer) bekanntgewordene Visage in die Kamera halten. Seit diesem Film habe ich Respekt vor der Frau!
Sie spielt einfach absolut klasse die Gefängnis-Psychiaterin Maria mit
“Man kann mit jedem vernünftig reden und so alle Probleme lösen”-Einstellung, die sich in den Gentleman-Killer Oscar verliebt, als der gerade per Geiselnahme aus dem Knast ausbricht. Aus besagter Einstellung heraus will sie auch den
(absolut widerlichen) Leo warnen, den Oscar als nächsten beseitigen will/soll, und begibt sich in dessen Rotlicht-Bar um mit ihm ein paar Atemübungen zu machen…
Dort kann sie entgegen ihrer Erwartung aber kein klärendes Gespräch führen sondern wird sadistisch gequält (so eine Szene bei der man ausschalten will).
Nach dieser Erfahrung haben sich dann ihre philantropischen Gefühle leicht geändert… sehr genial.
Außerdem treten 2 völlig deppenhafte Polizisten auf, die Oscar beschatten, von denen der eine nie redet, sondern sich immer nur Notizen macht, und der andere (den Oscar irgendwann mal in den Fuß geschossen hatte) mit herrlich österreichischem Dialekt vor sich hin monologisiert (“Naaaa i hab üüüberhaupt kaaaan Problem damit dass mir jemand in den Fuss schießt…. mir kann JEDER in den Fuss schiessen…. aber so ARROGANT und so GROSSKOTZIG wie DER mir in den
Fuss geschossen hat…. so schiesst mir keiner in den Fuss….”).
Ich könnte jetzt noch viel erzählen und zitieren, aber das wird zu lang…
Das ist wohl wieder mal so ein Film, den man entweder genial oder total daneben findet. Aber das kann man nur rausfinden indem man ihn anguckt! Also, auf!
Eine Antwort auf Basta. Rotwein oder Totsein.