In Berlin soll eine Demonstration von Bürgerrechtlern gegen den Überwachungswahn von Staat und Wirtschaft stattfinden. Das macht stutzig: Schließlich gibt es zwar “den Staat” als handelndes Subjekt, aber nicht “die Wirtschaft”.
Wenn ich mich durch die Kundenkarte eines Unternehmens ausspioniert fühle, muss ich keine benutzen. Wenn ich Sorge vor der Verwertung meiner Kreditkarten-Informationen für Werbezwecke habe, zahle ich in bar. Wenn ein Unternehmen mein Geburtsdatum wissen will, bevor es zum Geschäft kommt, gehe ich zur Konkurrenz.
Die “Überwachung durch die Wirtschaft” ist kein wirkliches Problem, da ich mich ihr entziehen kann. Das ist bei staatlicher Überwachung anders.
Wenn man diese beiden Dinge, die nichts miteinander zu tun haben, zusammenwirft, schadet man der eigenen Idee, weil man Leute, die nicht gegen die Wirtschaft demonstrieren wollen, ausschließt. Das sollte schnell wieder aufhören.
8 Antworten auf Überwachung durch “Staat und Wirtschaft”?