Bericht zum Zustand der SPD

Da legt Kurt Beck eine Parteitagsrede hin, die sich mit ausgelutschten Worthülsen wie “Wir sollten das Gute auch gut nennen, um die Kritik dann auch wirklich empfinden zu können.” oder “Die SPD ist Benchmark für Gerechtigkeit, für Erfolg und für eine friedliche Zukunft.” nicht gerade vom politischen Einheitsbrei positiv absetzt. Dann nagt Beck auch noch an der Agenda 2010: “An einer Reihe von Stellen, bei denen es um das Selbstwertgefühl der Menschen gehe, müsse es die vorsichtige Bereitschaft geben, nachzujustieren.” Dafür wird er von Ex-Kanzler Gerhard Schröder (der sich eigentlich verärgert zeigen müsste, da das ja mal “seine Agenda” war) hinterher sogar noch in höchsten Tönen gelobt. Dann wird Kurt Beck mit sensationellen 95,5% als Parteichef bestätigt. Wie können sich nach den letzten Monaten so viele Parteimitglieder dazu entscheiden, die mittlerweile personifizierte “Chancenlosigkeit auf Bundesebene” (Sorry, Kurt!) wiederzuwählen? Der linke Flügel der Partei ärgert sich dann noch geradezu schwarz, das Andrea Nahles mit 74,8% sogar noch hauchzart hinter Peer Steinbrück (75,4%) landet. Erst wählen und sich dann über das Ergebnis beschweren. Einige sehen gar eine Abkehr vom linken Kurs – dabei hat Beck doch gerade die Agenda zu Grabe getragen! Ein Hubertus-heilloses Durcheinander – und alle freuen sich. Hat mal jemand überlegt, was der potentielle Wähler denkt, der sich auch nur ein wenig intensiver mit dem Parteitag beschäftigt???

Keine Partei ist unfehlbar – aber irgendwann reichts, und sie wird unwählbar!

[Weitere Informationen im Internet]

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