Weil unser Ex-Wirtschaftsminister unter Schröder und überzeugter Verfechter der Agenda 2010 jetzt im RWE-Aufsichtsrat sitzt, ruft er mehr oder weniger offen dazu auf, sich die Wahl von Andrea Ypsilanti (SPD) in Hessen vielleicht lieber doch nochmal zu überlegen:
“Wer wie Andrea Ypsilanti in Hessen weder Atom- noch Kohlekraftwerke will, muß sich über die Konsequenten im Klaren sein. […] Das geht nur um den Preis der industriellen Substanz Hessens. […] Deshalb wäge und wähle genau, wer Verantwortung für das Land zu vergeben hat, wem er sie anvertrauen kann und wem nicht.”
Unabhängig vom Wahrheitsgehalt der Äußerungen (irgendwo muß der Strom ja schließlich auch herkommen!), ist es aus zweierlei Dingen eine Unverschämtheit (ausgrechnet im Provinz-Blatt Welt am Sonntag!):
1. Es zeugt nicht von guter politischer Streitkultur einfach die Spitzenkandidatin der eigenen Partei zu beschädigen, umso seinen Willen duchzuboxen. Stattdessen sollte Clement lieber innerhalb der Partei für seine Überzeugung (wenn es denn eine ist – siehe Punkt 2!) werben und so die Welt zum Besseren verändern. Die eigene Partei zu überzeugen und sie zu stärken wird langfristig mehr bringen, als den Gegner zu stärken.
2. Seine Äußerungen sind offensichtlich klar beeinflusst von seiner Mitgliedschaft im Aufsichtsrat von RWE. Eine derartige Scheckbuch-Politik kann ich nur auf’s Schärfste verurteilen. Letztendlich hat Clement damit der Partei nicht viel Schaden zugefügt, sondern viel mehr seine Glaubwürdigkeit über Bord geworfen.
Ich kann also nun verstehen, das einige in der SPD den Parteiaustritt fordern und würde Clement an deren Stelle auch nicht vermissen. Mit der FDP steht ja schon die Partei bereit, die sich sehr gut mit Clement’s Ansichten deckt. Soll er doch dahin gehen. Frau Ypsilanti hat im TV-Duell sehr gut reagiert. Damit ist die Sache hoffentlich vom Tisch!
Eine Antwort auf Wolfgang Clement geht zu weit!