Wacken Open Air 2008
30.07. – 02.08.2008 bei Wacken, nördlich von Hamburg
Das Dorf und das Festival
Nein, hier werde ich nicht nochmal die zig Full Metal Village Klone wiederkäuen…
Nur eins: Nein, keine zigtausend Festivalbesucher feiern vor der Feuerwehrkapelle ab… Das sind wenige hundert die im Biergarten vor der kleinsten Bühne des ganzen Festivals stehen. Wobei ich nicht die Leistungen der wackener Feuerwehr schmälern will, bloss etwas die Realität zurechtrücken will, da wir die 2007 auch selber mal gesehen haben und ich mich gewundert hatte, dass der Soundcheck von den Hauptbühnen, auf der anderen Seite des Geländes, die Kapelle übertönte, wenn man nicht in den ersten Reihen stand.
Zum Festival sei’ gesagt, dass dieses Jahr weit über 100.000 Menschen anwesend waren, es nicht diese riesigen Staus wie im letzten Jahr gab und die Randale im Festivalumfeld zunimmt, was mit der Masse an Menschen, “Nicht-Metallern” und “Touristen” zu erklären ist (s.u.). Stichwort: Brandstifter… Dazu später mehr. Wobei ich persönlich keine negativen Erlebnisse hatte. Aja, die doofen Werbeblimps waren nicht mehr da und die Werbung der Videowände war erträglich eingepegelt und nicht so “szenefremd”.
Zu den Bühnen: Es gibt 5 Stück. Die beiden Hauptbühnen Black- und TrueStage, die Partystage, die W.E.T.-Stage (in einem Zelt) und die Bühne im Biergarten. Black-, True- und PartyStage stehen auf gleicher Höhe. Entweder spielt eine Band auf der TrueStage oder 2 Bands auf Black- und PartyStage, so das es zu keinen Überschneidungen kommt.
Tag 1 – Mittwoch, 30.07.2008
4 Uhr – Abfahrt
Das Auto hatte ich den Abend vorher gepackt und somit musste ich ansich nur noch einsteigen. Die Fahrt war flüssig und ohne Vorkommnisse, ausser ein paar Leuten die unterwegs grüssten, da das Kürzel “WOA” groß in die Heckscheibe geklebt war. Gegen 7:50 war ich auf Campingplatz R. Der war dieses Jahr für die reservierten Camps freigegeben. Wie auch für das Camp von dem Forum wo ich auch schreibe.
Man machte sich bekannt und dann wurde das Zelt aufgebaut.
Ein paar Bekannte campten auf F. Der Platz lag praktischerweise zwischen R und dem Festival. Mit ihnen ging es dann Richtung Festivalgelände, damit ich meine Karte gegen das Bändchen tauschen konnte.
Der Stand mit den Festivalshirts war glatt 1,5 Tage früher auf als letztes Jahr, so dass man schon Mittwoch Mittag sehen musste das man noch was bekommt.
Bei uns am Camp zelteten auch Australier, Amerikaner und weisse Hawaiianer. Kranke Menschen
Die Hawaiianer haben alleine 24 Stunden im Flugzeug gesessen und dann noch 8 Stunden im Bus von Trier aus Richtung Wacken…
Ein Spruch von denen: “Wenn wir auf ein Festival wollten was weiter weg ist, müsste es schon auf dem Mond stattfinden !”
Gerade die Hawaiianer waren sehr überrascht über die Menschen hier, da in Hawaii die meisten dunkelhäutig sind und viel kleiner als die Deutschen. Den latente Rassismus wie in Deutschland gibt es auch dort, bloss halt gegen die weissen Hawaiianer gerichtet.
Gegen Abend sah ich noch die Forum Band und Metakilla, eine Metallica-Coverband, aber da die letzte Nacht vor der Abfahrt doch recht schlaflos war, ging es dann auch zügig wieder Richtung Zelt… Das Wochenende war ja noch lang
Tag 2 – Donnerstag, 31.07.2008
Heute war Rahmenprogramm angesagt: Dorfbesuch, Campingplatz, Forentreff im Biergarten, Metal- und Mittelaltermarkt, …
Für die 2 Bands Abends, die interessant waren, war ich zu spät aus dem Dorf zurück und Iron Maiden hörte ich nur. Mich haben die persönlich quasi nicht die Bohne interessiert.
Tag 3 – Freitag, 01.08.2008
Tagsüber war wieder der Campingplatz und nen Dorfbesuch angesagt.
Der erste Auftritt an einer Hauptbühne war für mich Massacre gegen 20 Uhr und das direkt aus der ersten Reihe
Danach dann Nifelheim auf der W.E.T.-Stage, der Bühne in dem großen Zelt. Die hatten als Deko kleine Lehmhäuschen vor der Bühne stehen, in denen Licht leuchtete. Sollten wohl Gnomhütten oder sowas sein
Und dann sah’ ich Corvus Corax mit der Premiere des Cantus Buranus II Programmes. Ein Wahnsinn. Corvus Corax, die “Könige der Spielleute” sind quasi DIE Mittelaltergruppe. Die Berliner haben einen weiteren Teil der Carmina Burana vertont und spielen das in Begleitung eines Symphonieorchesters, eines Chores und einer Opernsängerin vor. Ein Erlebnis ohne gleichen und auch wohl der kulturelle Höhepunkt das W:O:A 2008.
Corvus Corax – Cantus Buranus II – WOA 2008 Live:
Für Saltatio Mortis auf der W.E.T.-Stage war das Zelt schon zu voll und so sah’ ich dann Avantasia. Nicht ganz meine Musik, aber super Show. Avantasia ist der Name eines Projektes wo mehrere Bands dran beteiligt sind und die eine Metaloper gleichen Namens erstellt hatten.
Dann kam die letzte Band für den Abend gegen 2 Uhr. Gorgoroth, “Urgesteine” der norwegischen BlackMetal-Szene, spielten auf der BlackStage. Die Bühnendeko war nichts für arme Hasenherzen. Lebendig Gekreuzigte und aufgespiesste Schafsköpfe…
Tag 4 – Samstag, 02.08.2008
Zu 15 Uhr spielten Exodus auf der TrueStage und dort gab es die angeblich größte Wall-Of-Death die je auf dem W:O:A stattfand, aber wir haben das in ruhiger Lage vom der rechten Seite gesehen.
Um 22:30 war ich bei der W.E.T.-Stage. Dream of an opium eater, Watain und Lord Belial spielten. Leider musste ich dafür Kreator auslassen, aber man kann ja nicht alles haben.
Die letzte Band des diesjährigen W:O:A war dann Lordi, Sieger vom EuroVisionSongContest, gegen 2 Uhr auf der TrueStage. Geile Show.
Tag 5 – Sonntag, 03.08.2008
Abbau, Verabschiedung und Rückweg…
Die Brandstifter
Während des ganzen Wochenendes wurden Brandstifter gesucht.
Freitag Nacht um 3 Uhr haben welche eine Batterie Dixi-Klos angezündet. Wenn ein paar in dem Moment nicht geschaltet hätten und die umliegenden Zeltbewohner nicht geweckt hätten, wäre es böse ausgegangen. Ein paar Zelte und ein Auto sind dabei mit abgebrannt.
Dieses Jahr haben auch sehr viele Silvesterraketen gezündet, was passiert wenn sowas auf ein Zelt fällt, muss man ja wohl nicht näher erläutern…
Nicht-Metaller / Touristen
Es ist ansich ja nicht schlimm wenn Leute “nur zum gucken” zum W:O:A kommen, aber wenn dann nur gesoffen, nur Randale gemacht wird und sich dann auch noch über die Musik beschwert wird, ist das scheisse. Es gab z.B. ein Camp von 200 Leuten die bei VIVA Wackenkarten plus Fahrt gewonnen haben. Die hätte sich nur beschwert, dass die Musik so doof ist etc. Oder ein Camp hätte den ganzen Tag HipHop laufen lassen und nur die Leute angepöbelt. Die Leute sollen sich doch lieber das Geld sparen und zuhause bleiben. Andere trampen tagenlang zum W:O:A, die wissen was es wert ist. Wie gesagt, hab da selber nichts von gesehen.



