DuBerichtest.de

Alles, was du wissen willst!

DuBerichtest.de header image 2

Retten ohne Besinnung

28. Mai 2009 · von JoergFr · Keine Kommentare

Banken werden gerettet, Opel wird gerettet, Karstadt auch und die Milchbauern sowieso. Jede Branche, die eine Lobby hat, kriegt zur Zeit Geld vom Staat – letztlich geschenkt. Aber wer zahlt am Schluss die Zeche?

Das meiste von dem Geld, das der Staat da jetzt mit vollen Händen austeilt, sieht er nicht wieder. Es fehlt an anderer Stelle, heute schon ode in Zukunft. Entweder wir schlittern auf diese Weise in eine Hyper-Inflation, oder das Geld fehlt kommenden Generationen für das Nötigste, für Ausbildung, Krankenversorgung, Forschung und Infrastruktur.

Günter Eich hat 1955 ein Gedicht geschrieben, das könnte auch aus diesen Tagen sein, in dem die Wirtschafts-Retter unterwegs sind:

Günther Eich: Im Sonnenlicht (1955)

Die Sonne, wie sie mir zufällt,
kupfern und golden,
dem blinzelnden Schläfer,-
ich habe sie nicht verlangt.

Ich will sie nicht, wie sie die Haut mir bräunt
und mir Gutes tut,
ich fürchte ihr Glück,-
ich habe es nicht verlangt.

Die ihr sie hinnehmt,
kupfern und golden,
daß sie das Weizenkorn härtet,
daß sie die Traube kocht,-
wer seid ihr, daß ihr nicht bangt?

Was üppig sie gab,
was wir genommen ohne Besinnen,
das unverlangte Geschenk,-
eines bestürzendes Tages
wird es zurückverlangt.
Was zu verschwenden erlaubt war,
die kupferne Scheidemünze,
die Haufen Goldes,
die vertanen Reichtümer, – genau
wird es zurückverlangt.

Aber wir werden leere Taschen haben
und der Gläubiger ist unbarmherzig.
Womit werden wir zahlen?
O Brüder, daß ihr nicht bangt!

Tags: Politik+Wirtschaft