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Bloggerdorf: Die Gratiszeitungen des Internet

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Verfasst von Jörg Friedrich
18.10.2007 17:54:44


Manch ein Blogger investiert viel Zeit in seine Texte. Er recherchiert, analysiert, strukturiert, korrigiert. All das kostenlos. Da kann Idealismus im Spiele sein oder einfach Spaß an der Sache. Aber wenn Leistung nicht bezahlt wird, kann sich auf Dauer keine Qualität halten.


Einige "Blogger der ersten Stunde" denken inzwischen ans Aufhören. Sie haben mit viel Engagement ein eigenes Profil aufgebaut, stecken viel Kraft in interessante und wichtige Beiträge, moderieren umfangreiche Diskussionen, müssen sich zum Teil vor Abmahnungen fürchten und haben als Lohn fast nichts als die Anerkennung ihrer Leserschaft.

Viele, die ein Blog aufgebaut haben, taten das mit der Hoffnung, dass sie die Kosten, vielleicht auch den eigenen persönlichen Aufwand, durch Werbeeinnahmen irgendwann ausgeglichen bekommen. Nun sind die hohen Leserzahlen erreicht, aber die Einnahmen bleiben bei den meisten aus.

Resignation vorprogrammiert?

Letztendlich möchte jeder, der ein Talent hat, und dessen talent von vielen Menschen geschätzt wird, dessen Leistung offensichtlich nachgefragt wird, also etwas wert ist, auch von dieser Leistung, diesem Talent leben können. Wenn sich dieser Wunsch auf Dauer nicht erfüllt, ist Frust unvermeidlich, jedenfalls bei denjenigen, die ihren Lebensunterhalt alternativ mit dingen verdienen müssen, die ihnen weniger Spaß machen, die ihr Talent nicht so fordern, und die ihnen weniger Anerkennung einbringen.

Wenn man aus diesem Teufelskreis heraus möchte, muss man beginnen, die Lage nüchtern zu analysieren.

Das Geschäftsmodell ist das einer Gratiszeitung. Nicht der zahlt für die Information, der sie haben will (der Leser) sondern ein dritter, der es auch auf diesen Leser abgesehen hat, und zwar als Kunden.

Das Image der Gratiszeitung ist aber denkbar schlecht. Niemand erwartet von einer Gratiszeitung hohe inhaltliche Qualität. Man liest sie meist, weil sie nichts kostet, sonst würde man auf sie verzichten. Und man liest sie, weil man nichts besseres zu tun hat, in der Bahn, auf dem Weg, oder wenn man wartet.

Qualität hat ihren Preis, sagt man. Und was nix kostet, taugt auch nix. Im Internet glaubt man noch immer, dass diese Weißheit nicht mehr stimmt. Wikipedia wird oft als Beispiel genannt. Aber gerade hier scheint sich das Blatt zu wenden. Wer glaubt, bei wirklich wichtigen, komplexen, relevanten Informationen noch Wikipedia.

Für Blog-Inhalte bezahlen?

Aber ist es denn vorstellbar, dass man für Bloginhalte bezahlt? Hier ist sicher noch viel Phantasie nötig. Aber warum sollte es nicht drin sein, für eine PDF-Version aller Analysen des Spiegelfechters im PDF-Format 1,50 € zu zahlen, oder für die Geschichten des Kopfschüttel-Blogs oder des Gotts-Blogs.

Zahlungsmethoden wie Paypal sind bereits vorhanden und leicht implementiert. Es käme auf ein paar Versuche an. Was gut ist, kann auch was kosten.
Sind die Blogs


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Kommentar von Hannelore Vonier, 22.10.2007 16:26:39

Inhaltlich bin ich gar nicht einverstanden.

Kommentar:

Jörg,
wirklich gute Blogs setzen sich durch, haben ihre Stammleser und finden Sponsoren, durch die sie Geld verdienen.

Das Merkmal von Blogs ist traditionell, dass sie eine Meinung wiedergeben, und zwar die des Autors persönlich. Sie kauen nicht die Inhalte der Tagespresse wieder, beschweren sich mehr oder weniger offen über die "Zustände", sondern analysieren die Zustände, betrachten sie unter einem neuen Blickwinkel und untermauern sie mit Beispielen. Wer gut bloggen will, muss lehren. Leser finden ein Blog gut, wenn sie etwas lernen. Und zwar zu einem ganz bestimmten Thema, wegen genau dem sie das Blog besuchen oder abonnieren.

Bei den englischen A-List-Blogs wird das geleistet, in Deutschland gibt es ein paar gute IT-Blogs, aber der Rest ist weit unter Durchschnitt. Wer würde denn über Hauhaltsgeplänkel bezahlen? Ein Indiz für schlechtes Blogging sind Kommentare wie "ach ja, das kenn ich, haben wir zuhause auch" usw. Die Leser schlagen die Zeit tot und lernen nichts. ZB. wie man aus solchen Mechanismen rauskommt. Oder sie mal ganz anders betrachtet. Aus der Kinderperspektive etwa.

Ich habe den Verdacht, dass sich die Menschen in deutschen Ländern entweder a) nicht trauen, ihre Meinung zu sagen oder b) nicht wissen, wie sie ihre Meinung ausdrücken können oder c) gar keine Meinung haben.

PS Die drei von dir genannten Beispielblogs (und die meisten anderen) haben von SEO keine Ahnung, da sie noch nicht mal die Keywords angegeben haben. Die Leute schreiben, ohne an einem Thema zu bleiben, lustig drauflos. In der Schule würde das heißen: 5, Thema verfehlt.

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